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Bild: ESO

Physikerinnen miteinander verbinden

Die Macht der positiven Vorbilder: Eine erfolgreiche erste Ausgabe des "Women in Physics Career Symposium" brachte Frauen in der Physik in verschiedenen Karrierestufen zusammen, damit der weibliche wissenschaftlichen Nachwuchs der Physik erhalten bleibt. Die Reise zur Gleichstellung der Geschlechter in der Physik in der Schweiz wird nächstes Jahr fortgesetzt.

Happy attendees of the first "Women in Physics Career Symposium"
Bild: Paul Scherrer Institute/ Marc Janoschek

Wie bei jedem Karriereweg ist auch für Nachwuchsforscher in der Physik der Zugang zu Mentoren entscheidend. Im Vergleich zu vor 20 Jahren beginnen heute mehr Frauen eine Forschungslaufbahn. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass sie eine akademische Laufbahn einschlagen. Indem Forscherinnen in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) in verschiedenen Stadien ihrer Laufbahn erfolgreiche Vorbilder treffen, kann dieser Schwund erfolgreich aufgehalten werden. In der Physik - einem Fach mit einem erheblichen Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern - ist es jedoch nicht immer einfach, geeignete Vorbilder kennen zu lernen.

Eines der Ziele des Karrieresymposiums "Frauen in der Physik" war genau dies: Frauen in der Physik in verschiedenen Karrierestufen zusammenzubringen, inspirierende Vorträge von anderen Frauen zu hören, die den gleichen Weg gegangen sind, und ein berufliches und beratendes Netzwerk von Gleichgesinnten aufzubauen.

Die erste Ausgabe der Veranstaltung, die hoffentlich regelmässig stattfinden kann, fand am 1. Juli 2022 als Satellitenveranstaltung zur Jahrestagung der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft an der Universität Freiburg in der Schweiz statt. Sie wurde von der Universität Zürich, dem Paul Scherrer Institut und der Schweizerischen Physikalischen Gesellschaft mit Unterstützung der Schweizerischen Akademie der Naturwissenschaften (SCNAT) und der International Union of Pure and Applied Physics (IUPAP) organisiert.

"Als Frauen in der Physik stehen wir vor besonderen Herausforderungen in einem von Männern dominierten Bereich. Diese Veranstaltung brachte viele von uns zusammen und ermöglichte es uns, positive und negative Erfahrungen in einer herzlichen und offenen Atmosphäre auszutauschen", sagt die eingeladene Referentin Jennifer Schober von der EPFL.

Eine offene und unterstützende Atmosphäre

Das erste Symposium brachte rund 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, von Studierenden bis hin zu erfahrenen ForscherInnen und ProfessorInnen, in einem zusammen und förderte die Vernetzung, Offenheit, den Respekt und den Austausch. Eingeladene Rednerinnen und Redner aus dem gesamten Spektrum der Karrierestufen berichteten über ihre Perspektiven, ihre Schwierigkeiten und darüber, wie lohnend und aufregend eine Karriere in der Physik sein kann.

Diese unterstützende Atmosphäre regte die TeilnehmerInnen zu Gesprächen an, von Gleichgesinnten zu lernen, wie man eine Karriere in der Physik in verschiedenen Phasen durchläuft, Fragen zu stellen, Karriereratschläge auszutauschen, Informationen zu erhalten und ihr Netzwerk zu erweitern. Die Interaktionen und Momente, die von dem visuellen Künstler und Designer Nathaniel Miller eingefangen wurden, der live Skizzen und Zeichnungen der Veranstaltung anfertigte, dokumentierten die Geschichten von Frauen und der Wissenschaft auf eine einzigartige Weise.

Marc Janoschek, Laborleiter am PSI und ausserordentlicher Professor an der Universität Zürich, der die Veranstaltung initiiert hatte, zeigte sich erfreut über deren Erfolg. "Die offene, einladende und respektvolle Atmosphäre, die von allen Teilnehmern geschaffen wurde, war wirklich beeindruckend. Ich persönlich habe viel gelernt, als ich von den Herausforderungen, Leidenschaften und Erfolgen unserer Kolleginnen hörte, und ich bin sicher, dass dies auf die eine oder andere Weise für alle TeilnehmerInnen gilt."

Startschuss für ein Mentoring-Programm

Ein wichtiges Ziel des Symposiums war es, ein Mentoring-Netzwerk zwischen jungen Physikerinnen in der Anfangsphase ihrer Karriere und erfahrenen Mentorinnen aufzubauen. In der ersten Runde dieses Jahres wurden 21 Mentees mit Mentoren zusammengebracht, die sie während des kommenden Jahres treffen und begleiten werden.

"Die Vorbereitung meines Karrierevortrags hat mir geholfen, über meine bisherige Laufbahn, die verschiedenen Entscheidungen, die ich getroffen habe, und die Rolle, die meine Mentoren gespielt haben, nachzudenken. Ich freue mich darauf, an dem Mentorenprogramm teilzunehmen, um hoffentlich einigen der nächsten Generation so helfen zu können, wie meine Mentoren mir geholfen haben", sagt die eingeladene Rednerin und Mentorin Claire Donnelly, die Gruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden, Deutschland.

Die erste von vielen

Nach dem Erfolg dieser ersten Veranstaltung ist Janoschek sehr daran interessiert, dass es sich nicht um eine einmalige Aktion handelt. "Nach diesem ersten Erfolg haben wir bereits mit den Vorbereitungen für die Veranstaltung im nächsten Jahr begonnen, bei der ich hoffe, dass noch mehr Kollegen teilnehmen werden. Ich möchte vor allem meine männlichen Kollegen ermutigen, teilzunehmen und unsere bemerkenswerten weiblichen Kolleginnen und Studentinnen zu unterstützen", sagt er.

Das Gefühl, dass dies erst der Anfang war, wurde von allen TeilnehmerInnen geteilt. Dies brachte auch die Hauptrednerin Gillian Butcher, Vorsitzende der Arbeitsgruppe Frauen in der Physik IUPAP von der Universität Leicester, zum Ausdruck .

"Dieses Treffen war zwar eine Premiere, aber aufgrund der Menschen, die ich getroffen habe, und der positiven Dynamik, die sich abzeichnete, bin ich sicher, dass dies erst der Anfang einer Reise zur Gleichstellung der Geschlechter [in der Physik in der Schweiz] sein wird".

Stimmen vom Symposium

Hier sind einige Aussagen von Teilnehmerinnen der Ausgabe 2022; wir freuen uns darauf, nächstes Jahr noch mehr Physikerinnen zu unterstützen!

"Dieses Programm ist für Wissenschaftlerinnen, ein grossartiger Ort um sich zu vernetzen. Es bietet uns die Möglichkeit, unsere Potenziale zu entdecken, und hilft uns sehr dabei, unser Selbstvertrauen als Wissenschaftlerin zu finden." Fatima Alarab, Paul Scherrer Institut

"In offenen Diskussionen wurden allgemeine Fragen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern in der Physik angesprochen, aber auch sehr persönliche Erfahrungen ausgetauscht, sowohl positive als auch negative, die es jungen Forscherinnen, darunter auch mir, ermöglichten, das Gesamtbild zu sehen, wie eine akademische Karriere für Frauen aussehen kann." Viola Bauernfeind, Université de Fribourg

"Das Symposium war sehr wichtig für mich, um zu sehen, dass viele Frauen sich genauso fühlen und dass die Schwierigkeiten, mit denen sie konfrontiert sind (Kinderbetreuung, Ortswechsel usw.), sehr ähnlich sind." Lea Halser, CERN

  • The symposium gave plenty of time for participants to get to know each other and share experiences. Here, L to R: Phoebe Tengdin (EPFL) and Jana Pásztorová (EPFL) discuss with invited speaker and mentor Ana Akrap (Uni Fribourg).
  • Carousel of images by artist Nathaniel Miller
  • The symposium gave plenty of time for participants to get to know each other and share experiences. Here, L to R: Phoebe Tengdin (EPFL) and Jana Pásztorová (EPFL) discuss with invited speaker and mentor Ana Akrap (Uni Fribourg).Bild: Paul Scherrer Institut / Marc Janoschen1/2
  • Carousel of images by artist Nathaniel MillerBild: Nathaniel Miller2/2

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Kontakt

Dr Marc Janoschek
Paul Scherrer Institut PSI (Paul Scherrer Institut)
Head of the Laboratory for Neutron and Muon Instrumentation (LIN)
Forschungsstrasse 111
5232 Villigen PSI